Therapie
bei Aphasie
- Rehabilitation von Sprachstörungen -
Eine
Aphasie wird durch die Schädigung bestimmter Hirnregionen hervorgerufen.
Ursache ist häufig ein Schlaganfall, oft im Bereich der linken Gehirnhälfte.
Aber auch andere Erkrankungen wie z.B. Gehirntumore, Blutungen oder Verletzungen
nach Unfällen können eine Aphasie zur Folge haben.
Je
nach Art und Ort der Schädigung unterscheidet sich die Aphasie in ihren
spezifischen Merkmalen (Symptomen) und in ihrem Schweregrad. Sie kann alle
sprachlichen Modalitäten - Sprechen, Lesen, Schreiben und Verstehen -
betreffen.
Dies
führt zur Einteilung der Aphasie in verschiedene Gruppen:
globale
Aphasie, Broca Aphasie (motorische Aphasie),
Wernicke
Aphasie (sensorische Aphasie),
amnestische Aphasie
Darüberhinaus gibt es noch weitere, seltenere
Formen der Aphasie
Aphasie: Diagnostik Mittels computergestützter Diagnostik wird die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Aphasie, ihre Merkmale sowie ihr Schweregrad bestimmt; hierbei wird mit dem standardisierten Verfahren Aachener-Aphasie-Test (AAT) gearbeitet.
Aphasie: Therapie
An
den diagnostizierten Ergebnissen orientiert sich die folgende
Therapie.
Es
gibt auch Leitlinien von Fachgesellschaften und Berufsverbänden für die
Therapie, so z.B. die Leitlinien der Gesellschaft für Aphasieforschung und –behandlung
(www.aphasiegesellschaft.de).
Mit
dem Patienten werden gemeinsam
Ziele entwickelt,
die auf die sprachlichen Beeinträchtigungen bezogen sind. Durch ein breitgefächertes
Spektrum an Therapiematerialien kann individuell auf den jeweiligen Patienten
und seine Bedürfnisse eingegangen werden.
Bei
schwer betroffenen Patienten wird z.B. häufig das modalitätsspezifische
Arbeiten (MODAK) angewendet. Hier werden sowohl die produktive Seite (Sprechen
und Schreiben) als auch der perzeptive Bereich (auditives Sprachverständnis und
Lese-Sinn-Verständnis) parallel geübt.
Sind
die Betroffenen nur noch in einzelnen Bereichen eingeschränkt (wie z.B. bei
Vorliegen einer amnestischen Aphasie) werden komplexere Aufgaben bis hin zur
Textbearbeitungen durchgeführt. Wenn es möglich ist, werden auch Aufgaben
ausgewählt, die selbständig bearbeitet werden können. Diese werden anschließend
in der Therapie besprochen und ggf. korrigiert.
Das
wichtigste Ziel ist es, das
geeignetste Kommunikationsmittel für
den jeweiligen Patienten herauszuarbeiten, wieder Kommunikation zu ermöglichen
und damit die aktive Teilnahme am sozialen Leben zu ermöglichen. Dies gelingt
zum einen durch die Wiederherstellung beeinträchtigter Funktionen
(Restitution), zum anderen durch das Erlernen kompensatorischer Methoden
(Kompensation).
Meistens
erleiden Patienten nach einem Schlaganfall oder einer anderen Gehirnschädigung
nicht nur eine Aphasie, sondern zusätzliche motorische und/oder kognitive
Beeinträchtigungen, die innerhalb der jeweiligen Therapien (Physiotherapie,
Ergotherapie, Neuropsychologie) zusätzlich spezifisch behandelt werden. Dieses
muss auch bei der sprachtherapeutischen Behandlung berücksichtigt werden (z.B.
wird das Schreiben bei einer rechtsseitigen Lähmung mit der linken Hand geübt).
Durch
eine fortlaufende Dokumentation können
sprachliche Veränderungen und Fortschritte zeitnah wahrgenommen werden. Dadurch
kann auch schnell reagiert werden i.S. der Anpassung des Therapiematerials und
des therapeutischen Vorgehens an die vorliegenden Veränderungen und
Verbesserungen.
Bei
Patienten mit sprachlichen Einschränkungen und Beeinträchtigungen des
Sprechens infolge der Erkrankung ist plötzlich die bis dahin automatisch
funktionierende Kommunikation gestört oder gar nicht mehr möglich. Neben dem
gezielten therapeutischen Vorgehen innerhalb der Sprachtherapie ist die
Zusammenarbeit
innerhalb des gesamten therapeutischen Teams (Ärzte, Therapeuten anderer
Berufsgruppen, Pflegekräfte) unerlässlich. Denn dadurch können die in der
Therapie erzielten Fortschritte durch die Anwendung auch außerhalb des
sprachtherapeutischen Rahmens weiter stabilisiert werden und der Transfer in die
alltägliche Kommunikation wird unterstützt. Ebenso ist die Zusammenarbeit zwischen den Therapeuten und den Angehörigen wichtig und wünschenswert, um Fragen zum sprachlichen Zustand des Patienten und dem Umgang mit dieser neuen Situation individuell beantworten zu können, um das Vorgehen und die Ziele in der Therapie transparent zu machen und um die Anwendung des in der Therapie Erlernten in den Alltag unterstützen zu können. Um den Patienten und ihren Angehörigen nach der Rehabilitation Möglichkeiten zu geben, Kontakt zu anderen Betroffenen zu finden und Erfahrungen auszutauschen, sind Selbsthilfegruppen wichtig. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es z.B. eine aktive Selbsthilfegruppe für Betroffene nach Schlaganfall, (www.ssb-ev.de). Ihr Team der Wicker Klinik Bad Homburg
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz. Sagen Sie uns
ruhig mal Ihre Meinung
Weitere
Fragen? Ihre Meinung?
Wicker
Klinik
Bad Homburg Kostenfreie Servicenummer: 0800 / 9 15 20 90 Haftungshinweis: |